FAQ

Fragen und Antworten

Hier erhalten Sie schnell und kompakt alle wichtigen Antworten zu häufig gestellten Fragen. Sollten einige Ihrer Fragen unbeantwortet bleiben, dann nehmen Sie gerne direkt mit uns Kontakt auf.

Unfallstelle sichern, Verletzte versorgen, Beweise sichern, Polizei rufen.

Grundsätzlich gibt es keine Pflicht hierzu, zudem kommt die Polizei bei Unfällen ohne Personenschaden oft nicht oder erst nach Stunden. Trotzdem sollten Sie unbedingt die Polizei anrufen, wenn jemand verletzt ist, der Unfallgegner einen Verkehrsverstoß begangen hat (z.B. Rotlichtverstoß, Vorfahrtsverletzung, Alkoholgeruch beim Gegner), die Beteiligten über die Schuld uneinig sind. Außerdem ist es sinnvoll, bei Schäden mit im Ausland zugelassenen Fahrzeugen die Polizei zu rufen, damit für die Schadenregulierung ein Polizeiprotokoll vorgelegt werden kann. Ferner ist meistens bei Miet- und Leasingfahrzeugen die Pflicht, die Polizei zu rufen, im Vertrag vorgeschrieben.

Machen Sie Fotos von den Fahrzeugen in Endstellung nach dem Unfall, zudem von der Umgebung (Verkehrszeichen, Straßenführung, Splitter am Boden). Sie müssen die Schäden an Ihrem eigenen Fahrzeug nicht fotografieren, das kann später der Sachverständige viel besser.

Lassen Sie sich die Kontaktdaten von Zeugen geben, am Besten von unabhängigen Zeugen (andere Autofahrer, Fußgänger).

Füllen Sie zusammen mit dem Unfallgegner den internationalen Unfallbericht aus. Sie erhalten das Formular kostenlos von Ihrer eigenen Versicherung und sollten es zusammen mit einem Stift immer im Fahrzeug dabei haben.

Ja. Denn zum einen nimmt die Polizei nur bei schwerwiegenden Unfällen (Verletzte, Alkohol, Verkehrsverstöße) eine vollständige Unfallaufnahme mit Fotos und Zeugenaussagen vor. Zum anderen dauert es mitunter Wochen und Monate, bis dann Akteneinsicht möglich ist. Sie sparen wertvolle Zeit, wenn Sie selbst Beweise sichern. Außerdem können auch der Polizei bei der Beweissicherung Fehler unterlaufen und eventuell Kennzeichen falsch aufgenommen werden.

Gehen Sie sich möglichst umgehend nach dem Unfall zum Arzt. Damit dokumentieren Sie, dass die Schmerzen und Beeinträchtigungen auf den Unfall zurückzuführen sind. Wenn Sie erst mehrere Tage nach dem Unfall zum Arzt gehen, ist dies oft nicht mehr möglich und ein Schmerzensgeld kann dann nicht mehr durchgesetzt werden.

Wenn z.B. Kleidung, im Auto beförderte Dinge oder andere Gegenstände beschädigt wurden, dokumentieren Sie die Beschädigung durch Fotos und werfen Sie diese vorläufig erst mal nicht weg. Auch für diese Gegenstände kann ein Schadensersatz verlangt werden.

Sie können meistens entscheiden, ob Sie reparieren oder sich den Schaden auszahlen lassen wollen. Ausnahmen sind hier finanzierte und geleaste Fahrzeuge, hier ist den Vorgaben der Bank bzw. des Leasinggebers zu folgen.

Sie sind vertraglich verpflichtet, den Leasinggeber über eingetretene Beschädigungen zu informieren. Der Leasinggeber bestimmt auch, ob im Zweifel repariert oder verkauft wird. Nicht oder unzureichend reparierte Schäden können bei Rückgabe des Leasingfahrzeugs zu erheblichen Forderungen des Leasinggebers führen. Sie sollten daher unbedingt in einer Markenwerkstatt reparieren.

Die Kreditbank ist zu informieren. Diese bestimmt dann, ob repariert werden muss oder der Schaden ausbezahlt werden darf.

Es steht Ihnen zu, sich von einem Anwalt beraten und vertreten zu lassen.

Die gegnerische Versicherung trägt die Anwaltskosten, soweit sie grundsätzlich eintrittspflichtig ist. Wenn der Unfallgegner keine oder nur eine Teilschuld trägt, werden die Anwaltskosten nicht oder nur teilweise übernommen. Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, kann diese die restlichen Kosten übernehmen.

Ja. Wenn Sie eine anwaltliche Vertretung wünschen, sollten Sie das möglichst unmittelbar nach dem Unfall tun. Nur so ist eine optimale Beratung möglich. Laien schlagen bei der Schadenregulierung aus Unkenntnis manchmal ungünstige Wege ein, weil sie ihre Rechte nicht kennen. Diese Fehler dann später zu beheben ist oftmals nicht mehr möglich. Zudem nehmen die meisten Kanzleien Fälle nicht mehr an, bei denen bereits selbst mit der Versicherung verhandelt wurde.

Sie haben das Recht, den Schaden von einem unabhängigen Sachverständigen feststellen zu lassen. Hier gilt allerdings die Schadensminderungspflicht. Bei Bagatellschäden werden die Kosten eventuell nicht übernommen.

Grundsätzlich sollte ein Sachverständiger hinzugezogen werden, wenn ein Totalschaden vorliegen könnte oder das beschädigte Fahrzeug noch relativ neu ist und möglicherweise eine Wertminderung zu ermitteln ist. Außerdem ist bei Leasingfahrzeugen immer ein Sachverständiger zu beauftragen.

Soweit die Versicherung grundsätzlich eintrittspflichtig ist und kein Bagatellschaden vorliegt, trägt sie auch die Sachverständigenkosten für die Erstellung eines Gutachtens. Achtung: Auch bei Vorliegen eines Bagatellschadens dürfen Sie einen Kfz-Sachverständigen mit der Erstellung eines Kostenvoranschlages beauftragen. Die Kosten hierfür sind vom gegnerischen Versicherer zu tragen.

Die gegnerische Versicherung hat keinen Anspruch, das Fahrzeug zu besichtigen, wenn Sie bereits ein eigenes Gutachten vorgelegt haben. Ausnahmen können bestehen, wenn z.B. Vorschäden vorliegen oder Zweifel an der Haftung vorliegen.

Sobald die Schadenshöhe durch einen Sachverständigen festgestellt ist, dürfen und sollten Sie die Reparatur in Auftrag geben. Sie müssen nicht auf die Freigabe durch die Versicherung warten und sind auch nicht an deren Werkstattempfehlungen gebunden.

Sie sollten das Fahrzeug, wenn Sie sich dazu entschieden haben, verkaufen, sobald der Sachverständige Wiederbeschaffungs- und Restwert ermittelt hat. Sie müssen nicht auf die Zustimmung der gegnerischen Versicherung warten. Ausnahmen sind hier wieder bei geleasten und finanzierten Fahrzeugen möglich.

Wenn das Verschulden allein beim Unfallgegner liegt, müssen Sie Ihre eigene Versicherung nicht informieren. Sollten Zweifel am Verschulden vorliegen, ist auch die eigene Versicherung zu informieren. Diese ist jedoch allein für die Regulierung der Ansprüche des Unfallgegners zuständig.

Grundsätzlich sind Sie selbst dafür zuständig, Ihre Ansprüche bei der Gegenseite zu stellen und zu belegen. Sie dürfen hierzu einen Anwalt beauftragen. Ihre eigene Kfz-Haftpflichtversicherung ist nicht hierfür zuständig.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, bei den Behörden den Unfallhergang wahrheitsgemäß zu schildern. Es ist aber zu beachten, dass alle Aussagen auch gegen Sie verwendet werden können. Sollten Sie sich also nicht sicher sein, ob Sie nicht doch zumindest eine Teilschuld tragen, sollten Sie vor einer Aussage anwaltlichen Rat einholen. Alle Aussagen müssen wahrheitsgemäß sein, wenn Sie sich selbst belasten würden steht Ihnen jedoch ein Aussageverweigerungsrecht zu.

Kontaktieren Sie umgehend Ihre eigene Haftpflichtversicherung. Diese wird Ihnen dann einen Fragebogen schicken, den Sie umgehend vollständig ausgefüllt an Ihre Versicherung weiterleiten sollten. Gegebenenfalls kann Ihnen Ihr Versicherungsvertreter hier weiterhelfen.

Möglicherweise wird die Polizei oder die Staatanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Sie einleiten. Bevor Sie Aussagen bei Polizei oder Staatsanwaltschaft zum Unfallhergang machen, sollten Sie anwaltlichen Rat einholen. Die Kosten hierfür müssen Sie selbst oder Ihre Rechtsschutzversicherung tragen.

Sie dürfen auch ein Fahrzeug mit Totalschaden behalten, wieder verkehrssicher machen und weiter nutzen. Ausschlaggebend ist hier, ob es wieder verkehrssicher gemacht werden kann oder nicht. Ausnahmen: Leasing und Finanzierung. Hier sind Leasinggeber bzw. Bank zu fragen.

Gerade bei älteren Fahrzeugen führen teure Reparaturkosten bei geringem Fahrzeugwert zu einer Totalschadenabrechnung, obwohl im Einzelfall das Fahrzeug auch durch eine Teilreparatur wieder instandgesetzt werden kann. Ob das für Sie in Ihrem konkreten Fall zutrifft, kann Ihnen ein Sachverständiger sagen.

Sie haben den Anspruch, trotz des Unfalls weiter mobil sein zu können. Hier greift allerdings die sogenannte Schadensminderungspflicht. Bitte befragen Sie hierzu den von Ihnen beauftragten Anwalt.

Nutzungsausfall wird nur bezahlt, wenn Sie entweder eine Reparatur nachweisen oder ein Nachfolgefahrzeug zulassen. Hier greift allerdings die sogenannte Schadensminderungspflicht. Bitte befragen Sie hierzu den von Ihnen beauftragten Anwalt.

Schadensminderungspflicht heißt, dass die Versicherung nur das zahlt, was für die Behebung des Schadens unbedingt notwendig ist. Wenn Sie hierzu Fragen haben, fragen Sie den von Ihnen beauftragten Anwalt.

Mit der freundlichen Unterstützung von
Kanzlei Dirscherl

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